«Wir stehen erst am Anfang der Erfolge des RESCIF.»

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Das 2011 an der EPFL gegründete Réseau d’excellence des sciences de l’ingénieur de la francophonie (RESCIF) wird jetzt vom Institut National Polytechnique Félix Houphouët-Boigny in Yamoussoukro (Elfenbeinküste) geleitet. Die Stabsübergabe fand im Juli an der EPFL statt.

Vor sieben Jahren riefen 14 Präsidenten von Technologieuniversitäten aus dem Norden und dem Süden an der EPFL das Réseau d’excellence des sciences de l’ingénieur de la francophonie (RESCIF) ins Leben. Als gastgebende Institution, die das Netzwerk initiiert hatte, übernahm die EPFL natürlich das Präsidium und das Generalsekretariat.

Nun wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Präsidenten oder ihre Nachfolger kehrten zusammen mit den Vertreterinnen und Vertretern zweier neuer, in der Zwischenzeit ins Netzwerk eingetretener Institute auf den Lausanner Campus zurück und bestätigten die Stabsübergabe des RESCIF-Präsidiums an Koffi N’Guessan, Generaldirektor des Institut National Polytechnique Félix Houphouët-Boigny (INP-HB) in Yamoussoukro (Elfenbeinküste).

«Wir hatten das Glück, an der Einführung der zahlreichen Aktivitäten des RESCIF zu arbeiten, unter anderem an der Einrichtung mehrerer gemeinsamer Labore, sowie der Entwicklung des Programms MOOCs Afrika, sagt EPFL-Präsident Martin Vetterli. «Ich freue mich, dass eine prestigeträchtige Institution aus dem Süden jetzt das Zepter übernimmt, und wünsche dem Netzwerk, das weiterhin auf unser unverbrüchliches Engagement zählen kann, viel Erfolg.»

Ein Rückblick auf die ersten Jahre des RESCIF mit dem bis vor Kurzem amtierenden Generalsekretär Yuri Changkakoti.

Wie ist es dem RESCIF gelungen, sich in wenigen Jahren von einer «einfachen» Absichtserklärung zu einem effizienten Netzwerk mit bereits einigen Erfolgen zu entwickeln?

Die ursprüngliche Initiative geht auf den Frankophoniegipfel 2010 in Montreux zurück. Micheline Calmy-Rey und Patrick Aebischer trieben das Projekt sofort voran. Im Nachgang dazu konnte die Gründungsakte des Netzwerks unterzeichnet werden. Bemerkenswert war das Klima des Vertrauens, das wir bei unseren Partnern von Anfang an schaffen konnten. Zweifellos spielte auch das gemeinsame Bewusstsein eine Rolle, dass eine echte Nord-Süd-Zusammenarbeit notwendig war, um auf die Modernisierungsbedürfnisse unserer Partnerinstitutionen einzugehen.

Wie äusserte sich dies konkret?

Der Aufbau des RESCIF wurde unter anderem durch die Lancierung der MOOCs für Afrika gleichzeitig mit dem Engagement der EPFL für diesen neuen Weg in der höheren Bildung beschleunigt. Das kam genau zur richtigen Zeit, denn die Nachfrage bei unseren afrikanischen Partnern war insbesondere aufgrund der Zunahme der jungen Bevölkerung und des Bedürfnisses nach der Ausbildung von Fachleuten sehr hoch.

Hat auch die Forschung vom Netzwerk profitiert?

In hohem Masse! Vier gemeinsame Labore konnten eingerichtet werden. An allen ist die EPFL mehr oder weniger direkt beteiligt. Zwei von ihnen stehen noch am Anfang, aber das CURES in Kamerun und das CARE in Vietnam haben bereits zahlreiche wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Dutzende Forscherinnen und Forscher haben sich für einen Austausch, für Projekte und für Ausbildungen dorthin begeben. Und dies ist erst der Anfang der Erfolge, die dem Netzwerk zugeschrieben werden können: Nach einer relativ langen Anlaufphase können wir nun immer mehr konkrete Ergebnisse vorweisen.

Hätte man im Betrieb des RESCIF etwas anders machen können oder gibt es Dinge, die man in Zukunft anders machen muss?

Meiner Meinung nach – aber das ist ein frommer Wunsch – fehlt es dem Netzwerk ein wenig an zentraler Finanzierung, mit der insbesondere häufiger thematische Treffen von Fachleuten unserer verschiedenen prioritären Bereiche Wasser, Energie, Gesundheit, Ernährung, Städteplanung und Unternehmertum organisiert werden könnten. Über solche wissenschaftlichen Treffen könnten mehr Projekte entwickelt und mehr Ergebnisse erzielt werden.

«Wir hatten das Glück, an der Einführung der zahlreichen Aktivitäten des RESCIF zu arbeiten, unter anderem an der Einrichtung mehrerer gemeinsamer Labore, sowie der Entwicklung des Programms MOOCs Afrika.»

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die Fortsetzung des MOOCs-Programms hinsichtlich der Erarbeitung kollaborativer MOOCs und der Stärkung der Kapazitäten bei den Partnern. Im Übrigen wird gerade ein Programm zur Förderung des Unternehmertums erstellt. Ausserdem stellen wir fest, dass unsere Partner grosses Interesse an der Einführung des Computational Thinking als Grundlagenfach haben. Die EPFL wird dies ab dem Beginn des nächsten Studienjahres testen können, und die Mitgliedsinstitute dürften uns über die MOOCs oder über Präsenzkurse folgen.

Erfüllt Sie die Stabsübergabe ein wenig mit Sorge?

Nein, ich bin im Gegenteil sehr glücklich, dass das INP-HB jetzt das Kommando übernimmt. Es war wichtig, dass dieses Netzwerk keine Sache der EPFL bleibt und das Präsidium zwischen Süden und Norden abwechselt. Ich habe volles Vertrauen in meine Nachfolger. Das Präsidium macht natürlich nicht alles aus. Auch wenn man sagen kann, dass das RESCIF nun rund läuft, bleibt die langfristige Aufrechterhaltung eine tägliche, mit gewissen Unsicherheiten behaftete Herausforderung. Daher ist eine erneuerte Unterstützung aller Partnerinstitutionen unverzichtbar.

Vier gemeinsame Laboratorien:

CRAPU – Centre de Recherche et d’Appui aux Politiques Urbaines

CESAM – Centre d’Etude sur la Sécurité Alimentaire et les Molécules fonctionnelle

CURES – Centre Universitaire de Recherche sur l’Energie pour la Santé

CARE – Centre Asiatique de Recherche sur l’Eau

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