Sofy.tv tätowiert Kurzfilme gegen Piraterie

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Die neue Streaming-Plattform Sofy.tv revolutioniert ihr Geschäftsfeld, indem sie den Regisseuren von Kurzfilmen einen kostenlosen und gesicherten Bereich anbietet. Die Website umfasst zahlreiche an der EPFL entwickelte Technologien und insbesondere die Möglichkeit zur Tätowierung von Bildern zur Verhinderung von Raubkopien.

Sofy.tv ist eine brandneue Plattform für Video on demand, die speziell für die Ausstrahlung von weniger als 40 Minuten langen Filmen geschaffen wurde. Zwei EPFL-Forscher, Cineasten und Liebhaber von Kurzfilmen und Filmen mit mittlerer Länge, wollen auf diesem Weg die Ausstrahlung solcher filmischer Werke einem grösseren Publikum als nur den Festivalbesuchern zugänglich machen. Sie haben auch die Ouchy Film Awards in Lausanne gegründet.

Was unterscheidet diese neue Streaming-Website von den zahlreichen anderen Angeboten im Internet? «Auf YouTube findet man beispielsweise mehr als 5 Milliarden Videos und rund 63 Millionen Ergebnisse, wenn man den Suchbegriff «Kurzfilm» eingibt. Da ist eine zielgerichtete Suche schwierig, und die Qualität stimmt auch nicht immer», erklärt Sami Arpa. Der Mitbegründer von Sofy.tv kritisiert auch die anderen Plattformen, die nur wenige Kurzfilme in ihren Katalogen führen und von den Filmschaffenden sogar eine Gebühr verlangen.

Sami Arpa, shooting

Videos tätowieren

Sami Arpa, Spezialist für Computer Vision und Deep Learning, und sein Geschäftspartner Vassilis Kalofolias, Experte für künstliche Intelligenz, haben beschlossen, den Filmschaffenden mit einem Instrument für die Vermarktung ihrer Werke zu helfen und ihnen gleichzeitig eine intelligente Website auf der Grundlage ihres digitalen Fachwissens zu bieten.

Deshalb bauten sie mehrere in ihrem Labor entwickelte Technologien in die Plattform ein, darunter ein mittlerweile patentiertes System zum Tätowieren von Bildern, mit dem die Filme gegen Raubkopien geschützt werden. Die Regisseure können den Bildschirm fotografieren, auf dem der Film angezeigt wird, und sehen dann ein verstecktes Wasserzeichen, das nur auf dem Foto sichtbar ist. Diese am Labor für Bilder und visuelle Darstellung (IVRL) von Sabine Süsstrunk entwickelte Technologie bietet ein neues Mittel, um Filme vor Raubkopien zu schützen.

«Mit der Zeit wird die Software in der Lage sein, die Qualität der von den Regisseuren vorgeschlagenen Filme zu bewerten und die besten auszuwählen, um den Katalog von Sofy.tv zu ergänzen.»

Kindersicherung für Filme

Dank Systemen der künstlichen Intelligenz gibt die Plattform den Benutzern bereits jetzt die Möglichkeit, ihre eigenen Filmrezepte zusammenzustellen. Sie können einen Film auswählen, der den gewünschten Kriterien entspricht. Mit der Zeit wird die Software in der Lage sein, die Qualität der von den Regisseuren vorgeschlagenen Filme zu bewerten und die besten auszuwählen, um den Katalog von Sofy.tv zu ergänzen.

Unter den zahlreichen, in Zukunft eingeführten Neuerungen wird mithilfe eines dynamischen Videofilters der gleiche Film mit oder ohne Gewaltszenen geschaut werden können. «Wenn bei einigen Kriterien die Kindersicherung aktiviert wird, ist der gesamte Film nicht mehr sichtbar», erklärt Sami Arpa. Mit unserem Filter kann die ganze Familie den Film ohne heikle Szenen schauen.» Mehr verrät der Wissenschaftler dazu nicht, weil die Ergebnisse in naher Zukunft veröffentlicht werden sollen.

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