Eine mittel- und langfristig ausgerichtete Finanzpolitik

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2019 feiert die EPFL ihren 50. Geburtstag. In den letzten Jahrzehnten hat sie gezeigt, dass sie in der Lage ist, sich spektakulär zu entwickeln und dabei innovative Projekte umzusetzen sowie bei allen Aspekten ihres Auftrags (Bildung, Forschung, Innovation) erfolgreich zu sein.

2018 setzte sie ihr Wachstum mit zahlreichen innovativen und ehrgeizigen pädagogischen Projekten, wissenschaftlichen Durchbrüchen mit weltweiter Strahlkraft sowie der Weiterentwicklung ihres Auftrags im Bereich Technologietransfer für die übrige Gesellschaft fort.

Die Anzahl der Studierenden nahm um 4,2% zu und somit mehr als erwartet, was die hohe Attraktivität der Hochschule in der Schweiz sowie weltweit bestätigt. Die EPFL hat besonders ihre Wirkung und ihre Zusammenarbeit in der Schweizer Bildungslandschaft verstärkt und viele wichtige private und öffentliche Partnerschaften geschlossen. Neue Lehrstühle wurden geschaffen und erhebliche Investitionen auf dem Campus und in den kantonalen Aussenstellen im Wallis, in Genf, Neuenburg und Freiburg getätigt

Die EPFL zeichnet sich durch ihre Agilität und ihre Fähigkeit aus, Chancen schnell zu ergreifen und beim Erhalt von diversifizierten, umkämpften und industriellen Finanzierungen von Dritten an der Spitze zu bleiben. Diese belaufen sich auf 33% ihrer Einnahmen und stellen somit einen Rekord für eine polytechnische Hochschule in der Schweiz dar. Dank dieser Mittel kann die EPFL ihre Forschungstätigkeiten ausdehnen und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz in den spitzentechnologischen Bereichen fördern. Mit der ihr gewährten Selbstständigkeit kann sie ihren Aufbau fortsetzen und sich weiter stärken, um sich unter den besten (jungen) polytechnischen Universitäten der Welt zu halten.

Die EPFL verfolgt eine mittel- und langfristig ausgerichtete Finanzpolitik zur Unterstützung ihrer Strategie und ihrer Aufträge, was eine überlegte Zuweisung der Mittel sowie den langfristigen Fortbestand ihres Betriebs garantiert. Das schnelle Wachstum erfordert eine ständige Anpassung der Infrastrukturen, Gebäude und Labore gemäss dem neusten Stand der Technik sowie der modernsten Technologien in den Bereichen Lehre und Forschung. Dafür sind umfangreiche Investitionen (Infrastrukturen und wissenschaftliche Anlagen) nötig, die zu erheblichen Betriebskosten führen. Deshalb hat die EPFL in den letzten Jahren gemeinsame technologische Plattformen geschaffen, die von den Forscherinnen und Forschern optimal und effizient genutzt werden können.

Der konsolidierte Betriebsaufwand belief sich auf 1,048 Milliarden Franken (+1,8%) und wurde vor allem durch die Inflation, den Mehraufwand für Energie und eine Erhöhung der Amortisationen beeinflusst.

Die konsolidierten Gesamterträge nahmen leicht auf 1,052 Milliarden Franken (+0,1%) zu. Dies ist insbesondere auf die mit der Finanzierung durch den Bund (+1,1%) zusammenhängenden Haushaltsmassnahmen, das Wachstum der namentlich vom Schweizerischen Nationalfonds erhaltenen Mittel und die Abnahme der von einem Jahr zum anderen schwankenden Schenkungen und Legate zurückzuführen.

Die Finanzierung des Bundes von 704 Millionen Franken bildet die erste Säule der finanziellen Struktur der Hochschule. Die über den Schweizerischen Nationalfonds, andere Organismen des Bundes, Innosuisse sowie Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Union erhaltenen Mittel stellen die zweite Säule dar (Investitionen von 185 Millionen Franken), während die dritte Säule aus Finanzierungen in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, der Industrie und gemeinnützigen Stiftungen sowie aus Erträgen für die Erbringung von Dienstleistungen, Schulgebühren sowie Schenkungen und Legaten besteht (163 Millionen Franken).

Die EPFL schliesst das Jahr 2018 mit dem seit 2015 höchsten Betrag an mit Dritten abgeschlossenen Forschungsverträgen, deren Finanzströme sich über die kommenden Monate und Jahre verteilen werden. Die nationalen und internationalen öffentlichen Mittel sowie die Mittel von gemeinnützigen Stiftungen und Unternehmen haben ebenfalls zu diesem Erfolg beigetragen. Besonders bemerkenswert ist der Anstieg bei unserer Zusammenarbeit mit Unternehmen: +40% gegenüber 2017 auf insgesamt 35 Millionen Franken.

Mit dieser Zunahme von Drittmitteln sichert die EPFL ihre Weiterentwicklung, kann ihren intensiven Austausch mit ihren Partnern aufrechterhalten und ihre Forschungsaktivitäten ausdehnen. Diesbezüglich achtet die Hochschule ebenso auf die Wahrung ihrer Lehr- und Forschungsfreiheit wie auf ihre Autonomie im Bereich strategischer und finanzieller Massnahmen.

Die konsolidierte Jahresrechnung der EPFL bietet für jedes Geschäftsjahr eine transparente Darstellung der Situation hinsichtlich ihrer finanziellen Gesundheit, ihrer Ausgaben und Einnahmen sowie ihres Vermögens. Dabei werden die geltenden IPSAS-Normen vollumfänglich angewandt. Somit gehörte die EPFL 2018 erstmals zum kleinen Kreis der Hochschulen, die über eine vollständige IPSAS-Zertifizierung verfügen.

Caroline Kuyper – Vizepräsidentin, Finanzen

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