2018: total 217 Millionen für EPFL-Start-ups

Mehr entdecken
spin-off
start-up
Informatik
Kapitalbeschaffung

2018 war ein erfolgreiches Jahr für die EPFL-Start-ups, denn es gelang ihnen, Kapital im Umfang von 217 Millionen Franken beschaffen. Nexthink kündigte im Dezember einen Betrag von 85 Millionen an, während rund zehn andere Unternehmen mehr als 8 Millionen beschafften. Diese Erfolge hängen insbesondere mit der lebendigen Unternehmenskultur auf dem Campus sowie den verschiedenen, in den letzten Jahren nach und nach geschaffenen Anschubhilfen zusammen.

 

«Während der jährliche Gesamtbetrag bis 2010 noch bei 50 Millionen lag, bewegt er sich seit acht Jahren auf einem weit höheren Niveau. Dieser Paradigmenwechsel ist zu einem grossen Teil das Ergebnis der in über 25 Jahren auf dem Campus geschaffenen Strukturen.»

Die EPFL-Start-ups erlebten ein hervorragendes Jahr, weil sie 2018 sage und schreibe 217 Millionen Franken Kapital beschaffen konnten – beinahe ein Rekord! 2016 waren es mit 260 Millionen (darunter insbesondere 100 Millionen für das Spin-off MindMaze) noch mehr gewesen. Während der jährliche Gesamtbetrag bis 2010 noch bei 50 Millionen lag, bewegt er sich seit acht Jahren auf einem weit höheren Niveau. «Die positive Bilanz bestätigt die kräftige Entwicklung des Unternehmergeistes auf dem Campus sowie die Dynamik der Gründer», betont Hervé Lebret, Verantwortlicher der Abteilung Start-ups an der Hochschule. Die Forschungsergebnisse finden leichter den Weg von den Laboren in die breite Öffentlichkeit und führen zu immer mehr erfolgreichen Unternehmen. Dieser Paradigmenwechsel ist zu einem grossen Teil das Ergebnis der in über 25 Jahren auf dem Campus geschaffenen Strukturen.

Zehn Unternehmen haben mehr als 8 Millionen Franken beschafft

Die zehn grössten Kapitalbeschaffungen gingen 2018 an Spin-offs, diese rund um eine aus den Laboren der Hochschule entstandene Technologie oder von einem Forscher auf dem Campus gegründeten Unternehmen. Allein die auf künstliche Intelligenz zur Verwaltung von Informatikparks spezialisierte Firma Nexthink erzielte mit 85 Millionen einen der drei grössten jemals erreichten Beträge einer nicht börsennotierten Gesellschaft auf dem Campus.

Auf den drei nächsten Plätzen folgen Cellestia Biotech, Abionic und Kandou Bus. Cellestia Biotech gab diese Woche die Zahl von 20 Millionen bekannt. Dieses Spin-off entwickelt Moleküle für die Behandlung bestimmter Krebsarten, die mit genetischen Läsionen zusammenhängen, die den sogenannten NOTCH-Zellsignalweg aktivieren. Das zweite Unternehmen, Abionic, entstand 2010 in den Reinräumen für Mikrotechnik und konnte 20 Millionen Kapital beschaffen. Damit kann es seine Mikroflüssigkeitstests für die Diagnose von Blutvergiftungen und Allergien validieren und vermarkten. Kandou Bus erzielte zum zweiten Mal 15 Millionen, um insbesondere die Produktionsaufnahme und Einführung des firmeneigenen Signalübertragungssystems zu finanzieren, das die Kommunikation zwischen den Chips in elektronischen Systemen verbessert. Sechs weitere Start-ups erhielten zwischen 8 und 14 Millionen, darunter Pristem, Bestmile, Akselos, Inpher.io und Amazentis.

Die Investoren, die die 217 Millionen zur Verfügung stellten, stammen aus der Schweiz, aber auch aus dem übrigen Europa und aus den USA, u.a. Bessemer, Walden und JPMorgan aus den USA sowie Index Ventures, Partech, Airbus, Shell und Innogy aus Europa. Diese Internationalisierung des Kapitals «beweist, dass der Ehrgeiz und die Dynamik der lokalen Unternehmer langsam zum Markenzeichen und zum Garanten für Seriosität wird», sagt Hervé Lebret, Verantwortlicher der Abteilung Start-ups an der EPFL. Angesichts dieser hervorragenden Ergebnisse könnte man fast vergessen, dass die Beschaffung des für die Finanzierung der verschiedenen kritischen Phasen notwendigen Kapitals das Ergebnis einer mühsamen Arbeit ist, die manchmal Jahre dauert, auch wenn die Idee brillant, die Technologie aussergewöhnlich und das unternehmerische Talent erwiesen ist.

Le Quartier de l'Innovation héberge de nombreuses start-up à succès

325 Millionen beschafftes Kapital in zehn Jahren dank den Innogrants

Um den Unternehmen auf die Füsse zu helfen, hat die EPFL in den letzten gut 15 Jahren nach und nach ein ganzes System aufgebaut, z.B. mit Zugang zu Räumlichkeiten in La Forge oder in der Garage sowie auf dem Genfer Biotech-Campus, einer Förderung der Zusammenarbeit mit Laboren und finanziellen Beihilfen (Innogrants, XGrants und YGrants). Dieses Jahr wurde auf dem Campus die Rekordzahl von 25 Spin-offs gegründet.

Rund 40% der in den letzten zehn Jahren gegründeten Spin-offs wurden am Anfang durch einen Innogrant unterstützt. Dieser Fonds, dank dem Doktoranden und Lehrkräfte ein Gehalt finanziert bekommen können, hat die Gründung von über 80 Unternehmen ermöglicht. Diese haben 325 Millionen Franken Kapital beschafft, und neun von ihnen wurden von multinationalen Unternehmen übernommen.

XGrants unterstützen Studierende bei Start-up-Gründung

Warum warten, wenn man eine gute Idee hat? Ein paar Studierende haben noch vor dem Abschluss ihres Studiums den Schritt ins Unternehmertum gewagt. Seit dem letzten Jahr werden neue Talente mit den XGrants gefördert. Die Bachelor- und Master-Studierenden schlugen rund 55 Projekte vor, und schliesslich wurden 30 Stipendien für einen Maximalbetrag von 10’000 Franken gewährt.

Scrollen
Innovation | 16 artikel