Drohne dank haptischem Feedback spüren

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Der vom Start-up MotionPilot entwickelte Joystick ist benutzerfreundlicher als herkömmliche Fernsteuerungen und ermöglicht eine einhändige, intuitive Drohnensteuerung. Eine mit einem Griff mit haptischem Feedback ausgerüstete Version des Systems liefert dem Benutzer sogar Angaben zur Position in der Luft.

Landwirtschaftliche Überwachung, Luftaufnahmen, Freizeitaktivitäten, Rennen etc.: Die Nutzung von Drohnen hat sich viel schneller diversifiziert als die Art und Weise, wie sie gesteuert werden. Ob Smartphone-Bildschirm oder Joystick: Das Prinzip ist seit dem Aufkommen der ersten Drohnen vor bald 50 Jahren unverändert: ein Daumen auf dem Gasregler für Höhe und Richtung, der andere für die Neigung bezüglich der beiden Achsen. Das Abheben, Stabilisieren und Landen einer Drohne mit einem solchen System ist schwieriger als es scheint. «Wir haben festgestellt, dass viele Piloten in den ersten Stunden Mühe hatten mit der Steuerung ihrer Drohne», erklärt Timothée Peter, einer der vier Mitbegründer des Start-ups MotionPilot.

«Mit dieser Steuerungstechnik können auch Anfänger das Drohnenfliegen sofort geniessen.»

Der von den Master-Studierenden im letzten Ausbildungsjahr entwickelte Joystick fasst die Befehle für eine intuitive und flüssige Lenkung zusammen. Er wird mit einer Hand gehalten und muss nur geneigt werden, um die Drohne zu lenken, während über einen mit dem Zeigefinger bedienbaren Hebel die Höhe verändert wird. «Mit dieser Steuerungstechnik können auch Anfänger das Drohnenfliegen sofort geniessen», meint Julien Perroud, erfahrener Pilot und Vorstandsmitglied des Vereins Aeropoly, der den Luftsport auf dem Campus fördern will.

Mehrere Kompetenzstufen

Das System verfügt über drei Kompetenzstufen und ist auch für fortgeschrittene Benutzer gedacht. «Im Anfängermodus übernimmt das System den Flugweg der Drohne, um den Lernvorgang maximal zu vereinfachen», erklärt Timothée Peter. Die beiden anspruchsvolleren Stufen lassen dem Piloten mehr Freiheit und Möglichkeiten. Der Flugmodus kann über eine App auf dem Mobiltelefon gewählt werden.

Julien Perroud war von den Möglichkeiten der zweiten Stufe angenehm überrascht und zeigte sich sogar verblüfft über die flugakrobatischen Möglichkeiten. «Der Wechsel von der herkömmlichen Fernsteuerung zum Joystick ist einfach, und man vergisst, dass man steuert, weil es so natürlich ist. Eine tolle Entdeckung! Ich bin gespannt auf das ganze Potenzial des neuen Systems, bei dem alle Möglichkeiten einer Standardfernsteuerung erhalten geblieben sind.»

Timothée Peter, Benjamin Bonnal und Arthur Gay, drei der Mitbegründer von MotionPilot

Tastsinn für die Drohne

Die Jungunternehmer warteten nicht ab, bis sie ihr Diplom in der Tasche hatten, um ihr Wissen anzuwenden und ihre Ziele zu verfolgen: die Beziehung zwischen Mensch und Drohne revolutionieren. Um sich noch mehr ins Fliegen hineinfühlen zu können, fehlte der Drohne der Tastsinn. MotionPilot hat ihn ihr nun geschenkt. Das Start-up baute ein haptisches Feedback in den Joystick ein. So spürt der Benutzer mehr und erlebt mehr.

Zwar entwickeln ein paar andere Fachleute ebenfalls die Idee eines Joysticks für die Drohnensteuerung mit einer ganz anderen Technologie, aber MotionPilot ist das erste Unternehmen mit haptischem Feedback. Dank verschiedener Sensoren an der Drohne werden ihre Position in der Luft sowie die auf sie wirkenden Kräfte auf das haptische System des Joysticks übertragen. Wenn der Pilot zusätzlich noch eine FPV-Brille trägt, hat er das Gefühl, mit dem Fluggerät eins zu werden. Diese Premiere gelang den unter 25-jährigen Unternehmern mit sich ergänzenden Talenten, nachdem sie geduldig nachgedacht, konzipiert, gezeichnet und hergestellt hatten. Ihr Fabrikationsgeheimnis möchten sie im Augenblick nicht preisgeben.

Die Nachwuchsunternehmer, die verschiedene Unterstützungen wie Venture Kick, den ersten Preis des START-Wettbewerbs und den European Student Start up erhielten, konnten ihre Ideen bereits mit dem Fachwissen zahlreicher Spezialisten messen. Nun wollen sie ein gebrauchsfertiges Kit aus ihrem Joystick, einer Drohne und einer FPV-Brille für ein vollständig immersives Flugerlebnis auf den Markt bringen. Timothée Peter verhandelt zurzeit mit Drohnenherstellern und plant in einem ersten Schritt eine Markteinführung ohne haptisches Feedback zum Jahresende.

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