Erster Satellit von Astrocast erfolgreich gestartet

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Das junge, aus der EPFL entstandene Start-up schoss im Dezember seinen ersten Satelliten ins All. Er dient dazu, das unternehmenseigene System für das Internet der Dinge zu testen und wurde von der in Kalifornien gestarteten Trägerrakete SpaceX in seine Umlaufbahn gebracht.

 

«Der von Astrocast in die Umlaufbahn gebrachte Satellit ist ein CubeSat, d.h. ein Nanosatellit, dessen Format durch eine würfelförmige Standardgrösse von 10 cm Kantenlänge definiert ist.»

Der 14. Dezember war ein grosser Tag für Astrocast: Um genau 19:34 Uhr Schweizer Zeit hob der erste von diesem aus der EPFL hervorgegangenen Start-up hergestellte Satellit in Kalifornien an Bord einer Rakete des Typs Falcon 9 des Unternehmens SpaceX ab. Der Start von der amerikanischen Basis Vandenberg im Santa Barbara County verlief wie geplant. In den folgenden Stunden wurden die fast 70 von der Trägerrakete transportierten Satelliten schrittweise auf einer heliosynchronen, polaren Umlaufbahn in 575 km Höhe ausgesetzt.

Der von Astrocast in die Umlaufbahn gebrachte Satellit ist ein CubeSat, d.h. ein Nanosatellit, dessen Format durch eine würfelförmige Standardgrösse von 10 cm Kantenlänge definiert ist. Er besteht aus drei Einheiten und ist folglich ungefähr so gross wie eine Schuhschachtel. Es handelt sich um ein Demonstrationsmodell. 2019 wird von Indien aus ein zweites Modell des gleichen Typs starten.

Dies ist der Beginn einer langen Reihe, denn die ersten Geräte werden dazu dienen, das System zu testen, das das junge Unternehmen vermarkten und für das es bis 2022 80 weitere Satelliten in den Weltraum schiessen will. Das System wird im Bereich des Internets der Dinge (IOT) aktiv sein und die Möglichkeit bieten, Millionen von Gegenständen auf der ganzen Erde miteinander zu verbinden. So werden die Kunden von Astrocast Infrastrukturen oder Anlagen zu viel geringeren Kosten als mit den heutigen Dienstleistungen fernüberwachen können.

Ein Unternehmen, das Wasseraufbereitungsgeräte insbesondere für entlegene afrikanische Dörfer entwickelt, wird so für eine sehr viel effizientere Wartung sorgen können. Möglich wird dies dank eines eingebauten Kommunikationsmoduls, das mehrmals am Tag Daten über Verbrauch und Zustand übermittelt. 

Astrocast-CEO Fabien Jordan mit dem zweiten Satelliten, der 2019 von Indien aus starten wird.

SwissCube-Erbe

Um das System einzurichten, ist für Oktober 2019 und Anfang 2020 der Start von zwei Serien zu je zehn Satelliten geplant. Diese bilden den ersten Teil der Konstellation, die die gesamte Erdoberfläche abdecken wird. Mit den ersten beiden Umlaufbahnen wird es möglich sein, den vielen interessierten Kunden eine erste Kommunikationsdienstleistung anzubieten.

Astrocast beschäftigt rund 40 Personen. Das unter dem Namen ELSE im September 2014 gegründete junge Unternehmen hat seinen Sitz im EPFL Innovation Park und verfügt über eine Aussenstelle an der Westküste der USA. Gegründet wurde es auf Initiative von Fabien Jordan, CEO von Astrocast und ehemaliger Ingenieur des Projekts SwissCube. Dieser erste Schweizer Satellit war am Swiss Space Center entwickelt und 2009 ins All geschossen worden. Er funktioniert bis heute.

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