Geldsegen von 14 Millionen Franken für mobile Röntgenstation

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Das aus dem EPFL-Programm EssentialTech hervorgegangene Spin-off Pristem SA hat im August eine Finanzierungsrunde von 14 Millionen Franken abgeschlossen. Der Prototyp des zusammen mit Hochschulen entwickelten, robusten digitalen Röntgengeräts ist sowohl für Industrie- als auch Entwicklungsländer geeignet und kann bald industriell hergestellt werden.

 

«Der Erfolg dieser ersten Finanzierungsrunde krönt einen innovativen und einzigartigen Ansatz.»

Pristem SA gab im August bekannt, dass das Unternehmen von einer Gruppe aus schweizerischen und afrikanischen Investoren eine Investition von 14 Millionen Franken erhalten hat. Das von Betrand Klaiber gegründete und geleitete Unternehmen ist das erste Spin-off des Programms EssentialTech der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Es handelt sich um einen grossen Erfolg des am EPFL-Zentrum für Zusammenarbeit und Entwicklung angesiedelten Programms, das den Auftrag hat, wichtige Technologien im Kampf gegen Armut und Not auf der Welt zu erarbeiten. Der Erfolg dieser ersten Finanzierungsrunde krönt einen innovativen und einzigartigen Ansatz, bei dem das Programm EssentialTech eine Vorreiterrolle spielte: technologische Entwicklung auf höchstem Niveau mit innovativen Geschäftsmodellen kombinieren, um nachhaltig auf grundlegende menschliche Bedürfnisse im grossen Massstab zu reagieren.

Weltpremiere: ein an die globalen Bedürfnisse angepasstes Röntgengerät

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation haben zwei Drittel der Weltbevölkerung immer noch keinen Zugang zu medizinischen Bildgebungsverfahren. Dies ist umso schlimmer, als es sich um ein zentrales Mittel des medizinischen Instrumentariums handelt, insbesondere um Tuberkulose oder Verletzungen beispielsweise nach Verkehrsunfällen zu diagnostizieren. Überall explodieren die Gesundheitskosten, und die medizinischen Bildgebungsverfahren machen einen wichtigen Anteil aus.

Die aus dem Programm EssentialTech entstandene Technologie, die Pristem in zwei Jahren über die Einstellung spezialisierter Ingenieure auf den Markt bringen wird, besteht aus einem robusten und kostengünstigen digitalen Röntgengerät. Es wurde für die Bedürfnisse der weltweiten Märkte konzipiert und umfasst sowohl spitzentechnologische Lösungen gemäss den höchsten Standards der Industrieländer als auch Innovationen, dank denen es auch in Entwicklungsländern mit oft unzureichenden Infrastrukturen für solche Technologien funktioniert.

Die Lösung ermöglicht auch eine drastische Senkung der Gesamtkosten: nicht nur das Gerät selbst, sondern auch alle Aspekte seines Lebenszyklus (Inbetriebnahme, Wartung, Schulung etc.).

Das Beste aus schweizerischer und afrikanischer Forschung in einem Gerät

An diesem von der Stiftung Essential Med ins Leben gerufenen und vom Programm EssentialTech der EPFL geleiteten Projekt waren über 100 Forscher, Ärzte, Ingenieure, Techniker und Studierende aus renommierten Institutionen der Schweiz und Afrika beteiligt. EssentialTech-Direktor Klaus Schönenberger zeigt sich «sehr glücklich über die grossartige Begeisterung für dieses Projekt bei Wissenschaftlern, Studierenden und nun auch Investoren. Dies zeugt von der geteilten Vision eines universellen Zugangs zu den wesentlichen, insbesondere medizinischen Technologien.»

Die HES-SO und ihre Hochschulen für Ingenieurwesen haben eng und vollständig komplementär mit der EPFL zusammengearbeitet, um einen vorindustriellen Prototyp zu bauen. Dieser wurde der Öffentlichkeit am 29. Oktober in Anwesenheit von Bundesrat Johann Schneider-Amman im Rahmen einer von der HES-SO organisierten Veranstaltung vorgestellt.

Grosse wirtschaftliche Chancen

Die Entwicklung robuster, nachhaltiger und erschwinglicher Lösungen ist für alle Regionen der Welt von grossem Interesse. Klaus Schönenberger betont: «Dass es dem aus diesem Projekt hervorgegangenen Start-up gelungen ist, Investoren aus der Schweiz und aus Afrika zu mobilisieren, freut mich besonders, weil es zeigt, dass soziale Wirkung und wirtschaftlich attraktive Geschäftsmodelle kombiniert werden können. Mit ihren technischen und wissenschaftlichen Kompetenzen, ihrer Qualitätskultur und ihrer Weltoffenheit besitzt die Schweiz die Schlüssel zu einer Verbesserung des globalen Zugangs zu wesentlichen Technologien, und dies schafft gleichzeitig eine ganz neue Palette an wirtschaftlichen Möglichkeiten.»

Das Programm EssentialTech arbeitet bereits an der Entwicklung weiterer Projekte und möchte diesen Erfolg wiederholen, um einen Beitrag zur Bewältigung vieler anderer weltweiter Probleme zu leisten.

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