Zwei Spin-offs auf dem Treppchen der vielversprechendsten Start-ups

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Die beiden an der EPFL entstandenen Start-ups Bestmile und Lunaphore belegten den dritten bzw. zweiten Platz in der Rangliste der 100 innovativsten und vielversprechendsten Start-ups des Landes. Zwei weitere, Flyability und Gamaya, wurden von den Experten unter die 100 besten gewählt.

Bei der Bekanntgabe der Rangliste der 100 besten Schweizer Start-ups waren rund 700 Personen anwesend, darunter zahlreiche in- und ausländische Investoren. Auf den ersten zehn Plätzen befinden sich vier EPFL-Spin-offs: Bestmile, Lunaphore, Flyability und Gamaya. Die von startup.ch im achten aufeinanderfolgenden Jahr organisierte Veranstaltung gilt als «Radar» zum Aufspüren junger, innovativer Schweizer Technologieunternehmen. Die Auszeichnung misst sich nicht in Geld, sondern in Renommee und Sichtbarkeit.

Plattform für die Verwaltung von Flotten autonomer Fahrzeuge

Bestmile (siebter Platz im letzten Jahr) entwickelt eine Plattform, die autonome und konventionelle Fahrzeuge sowie Fussgänger unter einen Hut bringt. Das Cloud-basierte System mit intelligenten Algorithmen bietet den Transportunternehmen die Möglichkeit, ihre Flotte zu verwalten, ihre Fahrzeuge zu optimieren sowie ihren Vertrieb, ihre Fahrstrecken und sogar ihren Energieverbrauch in Echtzeit zu verwalten.

Das Unternehmen möchte nun insbesondere dank der 10 Millionen Euro beschafften Kapitals seine Systeme in dicht besiedelten städtischen Netzen wie in Japan, Dubai oder Singapur einführen. Es wurde 2014 gegründet und zeichnete sich dieses Jahr auch dadurch aus, dass es in der Gruppe der Technology Pioneers 2018 am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnahm.

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit bei der Tumordiagnose

Das von Lunaphore seit 2014 entwickelte Mikroflüssigkeitssystem zielt auf eine schnelle und sichere Diagnose von Tumorgewebe ab. Damit soll die Anzahl Untersuchungen auf Biomarker pro Tumor drastisch erhöht werden. Ende August gab das Unternehmen eine Finanzierungsrunde von 5,3 Millionen Franken bekannt, nachdem es 2017 bereits 6 Millionen beschaffen konnte. Mit diesen Mitteln wird die Markteinführung des ersten Produkts vorbereitet.

Auf den ersten zehn Plätzen befinden sich zwei weitere EPFL-Start-ups: Gamaya und Flyability. Gamaya entwickelt eine Hyperspektralkamera, die auf eine Drohne montiert und mit einer Software verbunden wird und so den Zustand der landwirtschaftlichen Anbauflächen sowie die notwendigen Behandlungen erfassen kann.

Die Drohne von Flyability besitzt einen sehr leichten Schutzkäfig, dank dem sie an Hindernissen abprallen kann, statt auszuweichen. Mit dieser Eigenschaft kann sie auch an gefährlichen oder für den Menschen unzugänglichen Orten eingesetzt werden. Den beiden Start-ups ist es schon mehrfach gelungen, Kapital zu beschaffen.

Mehr Frauen in Führungsgremien

Gemäss den Ausführungen der Organisatoren in ihrer Medienmitteilung sind Frauen in den ausgezeichneten Unternehmen stärker in den Führungsgremien vertreten. Die Start-ups auf den ersten drei Plätzen wie Bestmile und Lunaphore zählen eine Frau in ihrem Gründungsteam.

Die Siegerunternehmen werden von 100 Experten für Unternehmertum und Investoren gekürt. Jeder wählt zehn vor weniger als fünf Jahren gegründete Nachwuchsunternehmen mit grossem Wachstumspotential aus und verteilt Punkte: 10 für den ersten Namen auf der Liste, 9 für den zweiten und so weiter. Am Ende werden die Punkte aller Experten zusammengezählt. Es ist keine finanzielle Belohnung vorgesehen, aber die von Jordi Montserrat und Beat Schilling, die auch Venturelab gegründet haben, erstellte Rangliste bietet den Start-ups insbesondere bei den Anlegern eine hohe Sichtbarkeit.

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