Computational Thinking als dritter Pfeiler der Lehre

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Mit einem im September 2018 neu gestalteten, einheitlichen Kurs für künftige Ingenieure wird die EPFL eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet des Computational Thinking spielen. Die Hochschule will in Zukunft die Nutzung dieses Instruments, das die Wissenschaft revolutioniert hat und dessen Auswirkungen bis in unseren Alltag hinein spürbar sind, bis auf die Master- und Doktoratsstufe stärken.

Die Ingenieure von heute haben einen neuen Pfeil im Köcher: Zusätzlich zur Mathematik und Physik können sie sich auf das Computational Thinking stützen. So wie Mathematik und Physik die sichtbare Wirklichkeit mit strengen Gleichungen abbilden, übersetzt das Computational Thinking sie in ein für Computersysteme verständliches Format. Mit diesem Instrument können äusserst komplexe, auf grossen Datensätzen basierende Probleme gelöst und bisher unmögliche Fortschritte von der Quantenchemie über den Bau autonomer Fahrzeuge bis zur Simulation des Universums erzielt werden.

Die EPFL ist seit 2013 ein der wenigen Hochschulen, die all ihren künftigen Ingenieuren im ersten Studienjahr einen Kurs für die Einführung in digitale Wissenschaften und Computational Thinking anbieten. Er heisst Information, Rechnen und Kommunikation (ICC) und hilft ihnen, Probleme so zu formulieren, dass ein Computer die Antwort errechnen kann. Im September 2018 wurde dieser Ansatz durch eine einheitliche und neu gestaltete Version des Lehrgangs zur Vermittlung von allgemeinen Grundlagen der Informatik noch verstärkt.

Mit dieser Vorreiterarbeit möchte die EPFL ihren Studierenden nicht nur spitzentechnologische Kompetenzen vermitteln, sondern sie auch für ethische Fragen sensibilisieren.

«So wie Mathematik und Physik die sichtbare Wirklichkeit mit strengen Gleichungen abbilden, übersetzt das Computational Thinking sie in ein für Computersysteme verständliches Format.»

Ein wesentlicher Beitrag des Computational Thinking besteht darin, über die technischen Aspekte eines Problems hinaus zu denken, wofür die potenziellen Auswirkungen des Instruments mit etwas Abstand in Betracht gezogen werden müssen. Dabei geht es beispielsweise um die Möglichkeit einer böswilligen Manipulation von Algorithmen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung.

Die EPFL möchte die Entwicklung der Kompetenzen auf dem Gebiet des Computational Thinking in Zukunft auf alle Stufen vom Bachelor über den Master bis zum Doktorat ausdehnen und dabei den Schwerpunkt auf das technische Wissen und ein grundlegendes Verständnis der gesellschaftlichen Aspekte dieses bald unverzichtbaren Bereichs legen.

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