FabLab: zwischen Kreativität und Kompetenzerwerb

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Auf Initiative der Fakultät ENAC verfügen die Studierenden über eine neue Werkstatt, um ihre Projekte frei zu verwirklichen und sich dabei vom SKIL begleiten zu lassen. So ist ein echter Raum für Kreation und Produktion entstanden.

Im Sommer 2018 wurden auf dem Parkplatz zwischen den Gebäuden GC und BM auf dem Campus 15 Container in drei Schichten aufeinandergestapelt. Im Innern bieten sie eine breite Auswahl an Werkzeugen für Elektronikarbeiten sowie grosse Maschinen wie Laserfräsen und 3D-Drucker. Ergänzt wird die Werkstatt durch einen schönen Arbeitsraum und eine Küche. In den auf Initiative der Fakultät ENAC geschaffenen, neuen Räumlichkeiten des Student Kreativity and Innovation Lab (SKIL) können die Studierenden ihre kreativen Projekte verwirklichen und gleichzeitig eine Betreuung in Anspruch nehmen.

Fehler machen erlaubt

«Beim Projekt Solar Decathlon haben wir gemerkt, dass ein pädagogischer Rahmen fehlte, in dem die Studierenden transversale Projekte entwickeln können, ebenso wie ein Raum für die Erbprobung ihrer eigenen Ideen. Das SKIL soll diese Lücke schliessen», erklärt Marilyne Andersen, die das Projekt unterstützte, als sie Dekanin der Fakultät ENAC war.

Konkret «bieten wir den Studierenden einen Raum, um persönliche oder teambasierte Forschungsprojekte zu entwerfen und zu verwirklichen. Sie können mit einer konkreten oder im Gegenteil sehr vagen Idee kommen und erhalten Unterstützung bei der Umsetzung», sagt SKIL-Leiter Samuel Cotture. Auf diese Weise erhalten sie einen Anfangsimpuls für ihren ersten Versuch, auch auf die Gefahr hin, einen Fehler zu machen, lernen aber gleichzeitig etwas in Sachen kreative Prozesse und Projektmanagement.»

«Wir wollen eine neue Initiativkultur und aufstrebende Projekte fördern. Unsere Studierenden müssen die Gelegenheit haben, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen, und lernen, mit ihren Händen zu arbeiten, indem sie verschiedene Werkstoffe und Werkzeuge benutzen.»

Initiativkultur

Das im Frühlingssemester 2018 eröffnete SKIL war rund um einen Bachelor-Kurs des dritten Jahres im Rahmen von «Projeter ensemble» organisiert. Mit dem transversalen Unterricht der ENAC soll die fächerübergreifende Arbeit innerhalb der Fakultät gefördert und die Studierenden der Bereiche Architektur, Tiefbau und Umweltingenieurwissenschaften zusammengeführt werden. Dank dieser Experimentierplattform konnten bereits neun Projekte verwirklicht werden, u.a. zu den Themen Mycelium, ökologische Dusche und Recycling von Wetterballons und sogar eine Community Website.

«Wir wollen eine neue Initiativkultur und aufstrebende Projekte fördern. Unsere Studierenden müssen die Gelegenheit haben, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen, und lernen, mit ihren Händen zu arbeiten, indem sie verschiedene Werkstoffe und Werkzeuge benutzen. Bisher gab es an der EPFL keine entsprechende Infrastruktur. Jetzt verfügen die Studierenden aber über einen neuen Rahmen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen», sagt Anders Meibom, Professor und wissenschaftlicher Berater des SKIL.

Interdisziplinarität und Verfügbarkeit

Das zurzeit von der ENAC mit Unterstützung der Zentralen Dienste finanzierte SKIL ist vorrangig für die Studierenden der Fakultät gedacht, aber dennoch sehr offen. Es setzt auf Interdisziplinarität und Initiativen der Studierenden und unterstützt Gruppen oder Projekte, an denen grundsätzlich mindestens ein Studierender der ENAC beteiligt ist. Die beiden laufenden Projekte EPFL Rocket Team und Lausanne Racing Team sind der perfekte Beweis für diese fächerübergreifende Arbeit.

Die neuen Räumlichkeiten bieten den Studierenden auch ein eigentliches Fablab. Die Maschinen, die eine gewisse Erfahrung oder eine bestimmte Ausbildung voraussetzen, dürfen nur in Anwesenheit eines Technikers benutzt werden. Die übrigen Räume können von den eingeschriebenen Studierenden jedoch rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche frei genutzt werden, um zu arbeiten und sich zu treffen.

Dieses Projekt gehört zu den an der EPFL unternommenen Anstrengungen für eine Reform der Lehrtätigkeit und die Innovationsförderung. Zusammen mit den fächerübergreifenden Projekten, den X-Grants, den Studentenvereinigungen für Maker und dem Progamm Enable können die Studierenden angewandte Projekte verwirklichen, die ihren Interessen entsprechen und zu ihrer Ausbildung beitragen. Die bereitgestellten Räume und Anlagen ergänzen die anderen, im Rahmen des Discovery Learning Program entwickelten Strukturen, und das Ganze wird als Netzwerk funktionieren, um den Studierenden eine breite Palette an Kompetenzen zu bieten.

Die weitere Entwicklung wird sich je nach Nutzung und Bedürfnissen ergeben. Neben praktischen Kursen und Semesterprojekten könnte das SKIL seine Tore auch während der Tage der offenen Tür für Gymnasiasten öffnen, Ausbildungen anbieten oder andere Initiativen von Studierenden beherbergen.

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