Schweizer Bildungssystem Vorschläge unterbreiten

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Die EPFL überdenkt aufgrund der spektakulären Neuerungen im Bereich digitaler Technologien unentwegt Form und Inhalt der Lehre.

Wir entwickelten als Antwort auf die gesellschaftlichen Herausforderungen verschiedene Programme und eröffnen zum Herbstsemesterbeginn 2019 zwei neue Master-Studiengänge: Der in der Schweiz einzigartige und zusammen mit der ETH Zürich eingeführte Master in Cyber Security soll den Bedarf an hochqualifizierten Experten in einem stark wachsenden Sektor abdecken, und der Master in Energy Science and Technology soll helfen, den Herausforderungen im Bereich Klima und nachhaltige Entwicklung die Stirn zu bieten.

«Heute ist es für unsere Studierenden unabdingbar geworden, mit Computern und intelligenten Systemen « kommunizieren » zu können, um ihre Möglichkeiten und Grenzen besser zu kennen.»

Auf Campus-Ebene haben wir zudem den Lehrplan verändert, damit unsere Studierenden sich auf die Grundlagen konzentrieren können, d.h. Mathematik, Physik und Computational Thinking. Die Einführung dieses «dritten Pfeilers» in das Propädeutikum ist eine bahnbrechende Neuheit für das neue Studienjahr. Heute ist es für unsere Studierenden unabdingbar geworden, mit Computern und intelligenten Systemen «kommunizieren» zu können, um ihre Möglichkeiten und Grenzen besser zu kennen.

Uns kommt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die talentierten Ingenieure, Architekten und Wissenschaftler auszubilden, die unsere Zukunft gestalten werden. Abgesehen von hochrangigen Kompetenzen müssen wir ihnen auch die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben, um sich den schnellen Veränderungen unserer Gesellschaft anpassen zu können.

Die Ausbildung ist deshalb durch Erfahrungswerte zu untermauern, die Lust auf noch mehr Lernen, Entwickeln und Zusammenarbeit machen. Abenteuer wie EPFLoop bilden eine ausgezeichnete Chance für den Erwerb technischer sowie auch menschlicher Kompetenzen. Aus diesem Grund unterstützt die Initiative MAKE 2019 die Bildung durch Projekte. Die Initiative CORE fördert hingegen innovative Unterrichtsformen, vor allem für die Grundlagenkurse, wie beispielsweise durch das breit angelegte Experiment des umgedrehten Unterrichts vom Vorjahr.

Im Oktober haben wir das LEARN Center eingeweiht, das die Erforschung neuer Lehrmethoden an der EPFL fördern soll. Hier werden neue pädagogische Ansätze ausprobiert und in neuartige Lehrpraktiken umgemünzt, die auf dem Campus und auch anderenorts zum Einsatz kommen sollen. 2019 koordiniert die Schule ausserdem die Ausbildung der Waadtländer Lehrpersonen im Hinblick auf die Einführung des neuen Lehrfachs «Computerwissenschaft» im Cycle 1 (4-7-jährige Schüler). Als eine für ihre didaktischen Initiativen anerkannte Einrichtung möchten wir unser Fachwissen allen Bildungsstufen zugute kommen lassen und demzufolge für das gesamte Schweizer Bildungssystem Vorschläge unterbreiten. Der Erfolg der MOOCs sowie der EPFL Extension School, die im vergangenen November die ersten Certificates of Open Studies (COS) der Schweiz vergab, zeigt, dass wir die Lust aufs Lernen fördern, die Grenzen der Lehre neu definieren und uns selbst ständig hinterfragen müssen, um neue, unerforschte Wege zu ergründen.

Pierre Vandergheynst
Vizepräsident für Lehre

 

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