Neue Lernunterstützungs-App

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Die EPFL hat den Learning Companion entwickelt, eine App, die den Lernprozess der Studierenden verbessern soll und den Lehrkräften die Möglichkeit gibt, die Schwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler besser zu erfassen.

Um den Studierenden beim Erwerb effizienterer Lerngewohnheiten zu helfen, hat die EPFL die App Learning Companion entworfen. Diese entspricht dem Wunsch der Hochschule, das selbstständige Lernen zu fördern und den Studierenden wissenschaftlich anerkannte Arbeitsmethoden an die Hand zu geben, mit denen sie rasch neues Wissen erwerben können. «Die Welt ändert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit, und unsere Ingenieure müssen sich anpassen können», erklärt Roland Tormey, Koordinator des Centre d’appui à l’enseignement und zusammen mit Cécile Hardebolle Mitautor des Buchs sowie des MOOC «Apprendre à étudier».

«Es handelt sich um ein echtes Unterrichtsinstrument, weil sich die Studierenden durch das Ausfüllen des Fragebogens ihres eigenen Lernverhaltens und der Tatsache bewusst werden, dass es noch andere Techniken gibt.»

Gewohnheiten ändern können

Die Website der für Smartphones und Tablets konzipierten App ist in zwei Hauptrubriken aufgeteilt. «Ziel ist die Sensibilisierung für das eigene Verhalten, um die metakognitiven Kompetenzen zu verbessern – kurz gesagt, um zu lernen, wie man lernt», betont Patrick Jermann, Erfinder des Learning Companion und Exekutivdirektor des Zentrums für Bildung im digitalen Zeitalter. Wichtig: Ohne die Zustimmung des Nutzers werden keinerlei Informationen gesammelt.

In der ersten, für alle zugänglichen Rubrik kann man seine Lerngewohnheiten ermitteln. Sie besteht aus acht Fragebogen von der Notizentechnik über die Planung und die Stressbewältigung bis zur Problemlösung. Bei jeder Frage muss man sich auf einer Skala von 1 bis 7 von «entspricht mir überhaupt nicht» bis zu «entspricht mir voll und ganz» einschätzen.

Nach dem Ausfüllen des Fragebogens erteilt der Learning Companion einen massgeschneiderten Rat, um den Lernprozess zu verbessern, und verweist auf ein Video aus dem MOOC «Apprendre à étudier». «Es handelt sich um ein echtes Unterrichtsinstrument, weil sich die Studierenden durch das Ausfüllen des Fragebogens ihres eigenen Lernverhaltens und der Tatsache bewusst werden, dass es noch andere Techniken gibt», erklärt Cécile Hardebolle, pädagogische Beraterin am Centre d’appui à l’enseignement.

Auch für Lehrkräfte nützlich

Die zweite, bisher nur für die Studierenden der EPFL-Kurse zugängliche Rubrik dient der Nachverfolgung der Übungen. Die Lehrkräfte, die die App nutzen wollen, beantragen die Aufnahme ihrer Übungssitzungen und entscheiden, ob sie die Musterlösung verlinken wollen oder nicht. Bei jeder Übung müssen die Studierenden sagen, ob sie die Aufgabe lösen konnten, ob sie Hilfe in Anspruch nehmen mussten und welche Schwierigkeiten sie hatten (z.B. Verständnis des Kurses, Problemanalyse oder Rechnungsfehler). «Wir haben die häufig genannten Schwierigkeiten aufgelistet, und in einer anderen Rubrik können nicht genannte Probleme hinzugefügt werden», sagt Roland Tormey. Am Ende des Fragebogens wird ein massgeschneiderter Rat angezeigt. Nach Abschluss einiger Übungssitzungen werden individualisierte Grafiken mit den häufigsten Schwierigkeiten sowie die Prozentsätze der korrekt gelösten, der nicht korrekt gelösten und der nicht gelösten Übungen angezeigt. Die Studierenden können anhand des Durchschnitts der Antworten auch sehen, wo sie im Vergleich zum Klassenprofil stehen.

Der Learning Companion erweist sich auch für die Lehrkräfte als nützlich. Diese haben zwar keinen Zugriff auf das individuelle Profil der Studierenden, können aber die Grafiken des Klassenprofils sehen. Cécile Hébert, Professorin für allgemeine Physik, hat die App im vergangenen Semester zusammen mit drei weiteren Lehrkräften getestet. Sie ist von ihrem Nutzen überzeugt und wiederholt das Experiment in diesem Jahr. «Damit können wir die Schwierigkeiten der Studierenden mit den Übungen ermitteln und darauf zurückkommen. Voraussetzung ist allerdings, dass wir einen repräsentativen Prozentsatz haben, weshalb wir die Studierenden ermutigen müssen, den Learning Companion zu nutzen.»

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