Neun Studentenprojekte im Rampenlicht

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Die Semesterarbeit als wichtiger Schritt im Leben eines EPFL-Studenten bietet die Gelegenheit, seine Kompetenzen weiterzuentwickeln. Nachfolgend eine Auswahl von 2018 verwirklichten Projekten.

Diskreter Malariaparasit

Hugo Frammery interessierte sich im Rahmen seines Masterstudiums in Chemieingenieurwesen für einen wenig bekannten Aspekt des für aktuelle Medikamente bisher unzugänglichen Lebenszyklus des Parasiten. Er erarbeitete ein Modell zur Stimulierung des Stoffwechsels des Parasiten im Ruhezustand. Mit diesem Informatikinstrument können alle möglichen, im Parasiten ablaufenden chemischen Reaktionen rekonstruiert und Hinweise gefunden werden, wie die Erkrankung vollständig ausgerottet werden könnte.

Tunnel im Genfersee

Das durch den Hyperloop von Elon Musk und das Erbe der Swissmetro inspirierte Master-Projekt in Bauingenieurwissenschaften von Elia Notari bietet eine Vorstudie für eine Hochgeschwindigkeitsbahnlinie durch den Genfersee von Genf nach Lausanne. Eine spannende technische Herausforderung für mehrere Fachgebiete von Wasserbau über Geotechnik bis zu Umweltverträglichkeitsprüfungen.

Der Unterwassertunnel würde dem Ufer des Genfersees entlang verlaufen.

Neues Boot für den Hydrocontest

Mehrere Studierende haben ihr Semesterprojekt dem Bau eines ferngesteuerten, batteriebetriebenen Miniaturbootes gewidmet. Der Prototyp nahm anschliessend im September 2018 am Wettbewerb Hydrocontest in Saint-Tropez teil, bei dem es um Energieeffizienz in der Schifffahrt geht.

Eine Zugverspätung kommt selten allein

Ein vor seiner Einfahrt in den Bahnhof gestoppter Zug behindert mehrere auf demselben Gleis folgende Züge, die dadurch ebenfalls Verspätung erhalten. Mit diesem Problem befasste sich Chloé Lafaye. Die Studentin der Bauingenieurwissenschaften konzipierte und realisierte für ihre Semesterarbeit Hunderte von Simulationen, bei denen sie diese Folgeverspätungen berechnen und zwei Generationen von auf den Schweizer Bahnnetzen verwendeten Signalsystemen vergleichen konnte.

Wiederverwendung wertvoller Wetterballons

Die für die Erhebung meteorologischer Daten in die obere Atmosphäre geschickten Wetterballons gehen nach Erledigung ihrer Aufgaben oft verloren. Fünf Studierende der Abteilung Umweltingenieurwesen und Physik haben für ihre Bachelor-Arbeit ein System entwickelt, das die Flugbahn des Ballons bei seinem Abstieg beeinflusst, um ihn einfacher einzufangen und wiederzuverwenden. Sie konnten ihre Erfindung bei einem einzigartigen Flug von einem der Dächer der Hochschule aus testen.

Ökologische Dusche Showerloop

Jean-André Davy-Guidicelli, Bachelor-Student in Umweltwissenschaften und Umweltengineering, und Judith Capron, Bachelor-Studentin in Bauingenieurwissenschaften, haben beschlossen, ein als Showerloop bezeichnetes, frei zugängliches Set für ökologische Duschen an wasserarme Regionen anzupassen. Das System lässt während der gesamten Dauer der Dusche eine feste Menge Wasser in einem geschlossenen Kreislauf zirkulieren. Die Stipendiaten werden ihr Projekt in Kolumbien weiterentwickeln, wo sie auf einem Universitätscampus drei Prototypen der Dusche bauen werden.

Pilz als Alternative zu Plastik

Mit Mycelien und Sägemehl lässt sich ein einfach herzustellendes, in drei Monaten biologisch abbaubares, leichtes und kostengünstiges Material als möglicher Plastikersatz produzieren. Acht Studierende des Bereichs Umweltingenieurwesen und Architektur haben das Grundrezept der Mycelien des gemeinen Seitlings und von jurassischen Hanffasern angepasst und seine Eigenschaften hinsichtlich thermischer Isolation und akustischer Absorption, Kompression und Wasser- sowie Feuerfestigkeit getestet. Ergebnis: Das Material besitzt ähnliche Eigenschaften wie expandiertes Polystyrol.

Massgeschneiderte Erfindungen dank künstlicher Intelligenz

Wie kann man schnell und zielgerichtet erfinden? Indem man die einschlägigen wissenschaftlichen Fortschritte dank künstlicher Intelligenz miteinander verbindet. Ana Manasovska beteiligte sich im Rahmen ihres Master-Studiums an der EPFL mit dem System der im Innovation Park angesiedelten Firma Iprova, die diese Daten nutzt, um sehr unterschiedliche Erfindungen zu entwickeln. Die junge, mittlerweile vom Unternehmen angestellte Frau arbeitete für ihre Diplomarbeit an einem Test für verschiedene Methoden zur Satzerkennung.

Ana Manasovska verbessert die Plattform für künstliche Intelligenz, die Innovationen aus aller Welt miteinander verbindet und den Ingenieuren hilft, neue Systeme zu konzipieren.

Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt verwischen

Der Bachelor-Student für Informatik Hugo Hueber entwickelte ein Virtual-Reality-Spiel, das sich in jedes Umfeld integrieren lässt und eine Interaktion mit einem realen Tisch und mit 3D-Objekten ermöglicht. Dafür ist kein Joystick erforderlich, der die Illusion zerstört. Der Spieler sieht alle seine Finger und kann sie genau bewegen, in die Hände klatschen oder mit Leichtigkeit Gegenstände greifen. Dadurch hat er das Gefühl, vollständig ins Spiel einzutauchen.

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