Synthetische Biologie: Gold für das iGEM-Team der EPFL

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Das EPFL-Team, das am iGEM-Wettbewerb 2018 in Boston teilnahm, gewann eine Goldmedaille und wurde in den Kategorien «beste Therapien» sowie «beste Software» nominiert.

Die International Genetically Engineered Machine Competition (iGEM) ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb, an dem rund 350 Teams aus Studierenden von Hochschulen und Universitäten aus aller Welt teilnehmen. Sie messen sich mit von ihnen entwickelten Projekten auf dem Gebiet der synthetischen Biologie, an denen sie in ihren jeweiligen Institutionen gearbeitet haben. Die iGEM-Ausgabe 2016 wird im kürzlich erschienenen Dokumentarfilm Genesis 2.0 vorgestellt.

Dieses Jahr war das iGEM-Team der EPFL aus zwölf Bachelor- und Master-Studierenden zusammengesetzt, die mehrheitlich Life Sciences studieren. Zwei Studierende stammten aus der Fakultät für Grundlagenwissenschaften (Physik und Chemie), und einer kam aus dem College für Technologiemanagement. Das Projekt des Teams namens CAPOEIRA bestand aus einem personalisierten Impfungssystem, mit dem das Immunsystem von Krebspatienten auf den Tumor abgerichtet werden kann. Dieser immuntherapeutische Ansatz bildet zurzeit einen der Hauptforschungsbereiche der Fakultät Life Sciences an der EPFL.

«Am iGEM-Wettbewerb muss man sehr schnell viel Laborarbeit erledigen, die zahlreiche, für die Studierenden neuen Konzepte umfasst.»

«Es ist einfach unglaublich, dass Abertausende von Studierenden aus aller Welt unsere Leidenschaft für die synthetische Biologie und ihre Projekte teilen», sagt Daniel Nakhaee-Zadeh Guttierez, Logistikverantwortlicher des Teams. «Wir standen bei diesem Projekt vor drei bedeutenden Herausforderungen», erklärt Präsident Reza Hosseini. «Zuerst lautete die Frage, wie ein aussergewöhnliches Projekt von null an aufgebaut werden kann und wie die verschiedenen Bestandteile zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt werden können. Zweitens mussten wir herausfinden, wann wir hartnäckig weiter nach der Lösung für ein Problem suchen und wann wir aufgeben mussten. Schliesslich ging es vor allem am Ende des Projekts, wenn alles zusammenkommt, darum, wie man effizient kommuniziert.

«Die Unterstützung der EPFL und unserer Vorgesetzten war unbezahlbar», fügt Daniel Nakhaee-Zadeh Guttierez hinzu. «Ich glaube, dass die Mitwirkung von Studierenden aus anderen Fächern die Ergebnisse der Teamarbeit erheblich verbessert hat. Vom Labor bis zur Bioinformatik und sogar bis zu den Managementkompetenzen bietet der iGEM-Wettbewerb eine hervorragende Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit viel über synthetische Biologie und Bioingenieurwesen allgemein zu lernen.»

«Am iGEM-Wettbewerb muss man sehr schnell viel Laborarbeit erledigen, die zahlreiche, für die Studierenden neuen Konzepte umfasst», erklärt Teamsekretär Samuel Santosh Gomez. «Die wertvollste Kompetenz, die ich gelernt habe, war jedoch das Arbeiten im Team, denn dieses muss ein Projekt auf die Beine stellen, das einem Forschungsprojekt gleicht. Ich empfehle die Teilnahme am iGEM dringend jedem Studenten, der herausfinden will, wie die synthetische Biologie genutzt werden kann, um die Probleme von heute zu lösen.»

Der jährliche Wettbewerb wird von der IGEM Foundation, einer unabhängigen und gemeinnützigen Institution, organisiert, die sich «der Ausbildung, dem Wettbewerb und der Förderung der synthetischen Biologie sowie der Entwicklung einer offenen Gemeinschaft und der Zusammenarbeit widmet». Die Vorbereitung auf den Wettbewerb beschäftigt die Teams während eines Grossteils des Jahres und gipfelt im Giant Jamboree des IGEM in Boston, wo die Projekte vorgestellt und von Spezialisten für Bioingenieurwesen bewertet werden. 2018 fand der Wettbewerb vom 24. bis 28. Oktober statt.

Die EPFL nimmt seit 2008 teil. Die Fakultät für Life Sciences finanzierte das iGEM-Team 2018 mit einer grosszügigen Zusatzunterstützung des Swiss Industry Science Fund und von Nikon Instruments. Die Studierenden arbeiteten in den Discovery Learning Laboratories der EPFL an ihrem Projekt.

2018 wurde das Team von Prof. Sebastian Maerkl von der Fakultät STI sowie dem Interfaculty Institute of Bioengineering mit drei Doktorierenden als zusätzliche Instruktoren betreut.

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