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Label für umweltfreundlichere Datacenter

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Die EPFL hat gemeinsam mit verschiedenen Partnern das erste Energieeffizienzlabel für Datencenter geschaffen.

«Als wir 2011 EcoCloud gründeten, wollten wir den Stromverbrauch und die CO2-Emissionen der Datencenter senken, als die grossen IT-Konzerne nur auf die wirtschaftlichen Aspekte achteten», erklärt Babak Falsafi, Leiter des Forschungszentrums. «Wir haben Vorreitertechnologien entwickelt, mit denen die erneuerbaren Energien im Ökosystem der Datencenter Einzug hielten.»  EcoCloud hat den Auftrag, die grossen Herausforderungen im IKT-Sektor anzupacken und dabei die Innovation in diesem Bereich von den Algorithmen bis zu den Infrastrukturen anzukurbeln.

Während der Planet jeden Tag etwas digitaler wird, sind die Datencenter immer stärker ausgelastet, wodurch auch ihr Stromverbrauch steigt. Laut Schätzungen könnte ihr Energiebedarf bis 2030 auf 8 % des weltweiten Stromverbrauchs wachsen.

CO2-freie Datencenter

Angesichts dieser Feststellung haben sich Wissenschaft und Industrie zusammengeschlossen und die Swiss Datacenter Efficiency Association (SDEA) gegründet. Die durch digitalswitzerland und Hewlett Packard Enterprise (HPE) ins Leben gerufene Vereinigung umfasst EcoCloud, HPE, Green IT Switzerland, die Fachhochschule Luzern, die Swiss Data Center Association (Vigiswiss) und den Schweizerischen Verband der Telekommunikation (ASUT). Das Projekt wird ausserdem vom Programm EnergieSchweiz des Bundesamts für Energie (BFE) unterstützt.

«Es gibt keinerlei Möglichkeit, den Anteil der Datencenter an den CO2-Emissionen zu messen», betont Babak Falsafi. Deshalb hat die SDEA im Januar 2020 ein Label geschaffen, mit dem der CO2-Fussabdruck der Datencenter berechnet werden kann. Grundlage bildet die Energieeffizienz der Hosting- und Computerinfrastruktur sowie ihrer Auslastung. «Das Label ist einzigartig, weil es neben den Grundkriterien auch die Energiequelle und die Effizienz der Wärmerückgewinnung berücksichtigt», erklärt Babak Falsafi. «Es ist ein Gesamtgebilde: Wenn man erneuerbare Energien nutzt, erhält man bessere Ergebnisse.»

«Das Label ist einzigartig, weil es neben den Grundkriterien auch die Energiequelle und die Effizienz der Wärmerückgewinnung berücksichtigt.»

Die SDEA will die Betreiber mit den drei Labeln (Bronze, Silber und Gold) anregen, ihre Datencenter energieeffizienter zu machen. Gemäss den in zehn Datencentern der Schweiz durchgeführten Tests können mit dem von der SDEA entwickelten «Werkzeugkasten» Massnahmen umgesetzt werden, dank denen der Strombedarf auf bis zu 100 % erneuerbare Energien verlagert werden kann.

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