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Bildungssystem auf dem Prüfstand

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Die Bilanz des Jahres 2020 ist selbstverständlich stark von der Gesundheitskrise geprägt. Die erste Feststellung ist, dass das Bildungssystem der EPFL allen Widrigkeiten erfolgreich die Stirn geboten hat: Die Kurse fanden ebenso wie die Prüfungen weiterhin statt und Diplome wurden verliehen.

Die seit Jahren in der Online-Lehre stark engagierten EPFL-Teams konnten innerhalb von nur einem Wochenende eine Fernunterrichtsstrategie aufstellen und die Lehrpersonen innerhalb kürzester Zeit für deren Umsetzung schulen. Die zweite Feststellung fällt hingegen weniger positiv aus, denn die Studierenden leiden stark unter den seit Monaten fehlenden sozialen Kontakten: Müdigkeit, Entmutigung und Einsamkeit schmälern zunehmend ihre Begeisterung. Während diese Zeilen niedergeschrieben werden, ist das Licht am Ende des Tunnels bereits erkennbar, aber noch braucht es viel Geduld und Ausdauer.

Um dieses Leiden zu lindern, hat die EPFL ihre Reglemente in Bezug auf die Anrechnung unbestandener Prüfungen angepasst und wo immer möglich grösste Flexibilität an den Tag gelegt, ohne dabei jedoch die Anforderungen zu senken. Ferner hat die Schule gemeinsam mit den Studierenden verschiedene Unterstützungsmassnahmen eingeführt, darunter auch ein individuelles Coaching-System für Erstjahresstudierende.

Das neue Leitungsteam wird in den kommenden Monaten diese Krise weiterhin bewältigen und gleichzeitig die mittelfristige Weiterentwicklung der EPFL vorbereiten müssen. Wir werden so schnell als möglich wieder auf dem Campus präsent sein. Die Bildung von morgen wird die Synergien aus der Bereicherung durch zwischenmenschliche Kontakte und den durch die Krise zutage geförderten Vorteilen digitaler Methoden nutzen.

Prof. Pierre Dillenbourg, assoziierter Vizepräsident für Lehre
Prof. Kathryn Hess Bellwald, assoziierte Vizepräsidentin für Studentenangelegenheiten und Outreach
Prof. Luisa Lambertini, assoziierte Vizepräsidentin für postgraduale Lehre

 

 

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